Entrümpelungsfirma beauftragen: worauf Sie achten sollten
Die Angebote in dieser Branche unterscheiden sich stärker als der Preis vermuten lässt. Woran Sie einen ordentlichen Betrieb erkennen, und woran einen, bei dem Sie hinterher zahlen.
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Warum der Preisvergleich allein nicht reicht
Zwei Angebote über dieselbe Dreizimmerwohnung können sich um mehrere hundert Euro unterscheiden, ohne dass eines davon unseriös wäre. Der Unterschied steckt fast immer darin, was mitgerechnet wurde: Demontage der Küche, Bodenbeläge, Sondermüll, Halteverbotszone, Reinigung am Ende. Wer nur die Endsumme vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Aufträge.
Der zweite Unterschied liegt in der Entsorgung. Eine ordentliche Abgabe getrennt nach Fraktionen kostet Geld. Wer deutlich unter dem Marktpreis anbietet, muss diese Kosten irgendwo einsparen, und dafür gibt es keine legalen Möglichkeiten.
Sechs Fragen, die Sie vor der Beauftragung stellen sollten
Diese sechs Fragen kosten fünf Minuten am Telefon und trennen die Angebote zuverlässiger als jeder Preisvergleich.
- Kommen Sie vorher zur Besichtigung, und was kostet das? Ein belastbarer Festpreis ohne Besichtigung ist nicht möglich. Wer am Telefon eine feste Summe nennt, schätzt entweder großzügig zu Ihren Lasten oder rechnet am Räumtag nach.
- Steht der Leistungsumfang schriftlich im Angebot? Nicht „Räumung der Wohnung", sondern welche Räume, welche Demontagen, welcher Zustand bei der Übergabe. Was nicht im Angebot steht, ist später ein Zusatzauftrag.
- Was passiert, wenn mehr da ist als besprochen? Die richtige Antwort ist: Wir sprechen Sie vorher an und legen ein neues Angebot vor. Die falsche: Das rechnen wir dann hinterher ab.
- Wohin geht der Abfall? Ein Betrieb, der ordentlich arbeitet, kann Ihnen sagen, welche Fraktionen getrennt werden und an welchen Entsorger sie gehen. Bei Gewerbeaufträgen können Sie Nachweise verlangen, für private Räumungen sind sie nicht vorgeschrieben, aber ein gutes Zeichen.
- Besteht eine Betriebshaftpflichtversicherung? In einer vollen Wohnung geht gelegentlich etwas zu Bruch. Fragen Sie nach, bevor es passiert.
- Wer kommt am Räumtag? Eigene Leute oder eine Kolonne, die kurzfristig zusammengestellt wird. Das entscheidet darüber, ob die Zusagen aus dem Besichtigungstermin am Räumtag noch jemand kennt.
Warnzeichen
- Nur eine Mobilnummer, keine Anschrift. Eine ladungsfähige Anschrift im Impressum ist Pflicht. Fehlt sie, wissen Sie im Schadensfall nicht, an wen Sie sich wenden.
- Barzahlung ohne Rechnung. Damit verlieren Sie den Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen, denn dafür verlangt das Finanzamt eine Rechnung und eine unbare Zahlung. Und Sie haben im Streitfall nichts in der Hand.
- „Kostenlose Entrümpelung". Der Aufwand muss irgendwo hereinkommen. Finanziert wird er über den Weiterverkauf des Hausrats, und weil der die Kosten der Entsorgung nicht deckt, bleibt der Rest liegen oder landet, wo er nicht hingehört. Eine seriöse Wertanrechnung sieht anders aus, dazu unten mehr.
- Druck beim Besichtigungstermin. „Nur heute" gibt es bei einer Räumung nicht. Sie sollen das Angebot in Ruhe lesen können.
- Nachforderung am Räumtag. Wenn die Mannschaft schon im Treppenhaus steht und plötzlich ein höherer Preis im Raum ist, sind Sie in einer schlechten Verhandlungsposition. Genau dagegen hilft ein schriftlicher Leistungsumfang.
Wann Sie keine Firma brauchen
Nicht jede Räumung gehört an einen Betrieb. Selbst machen lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: überschaubare Menge, Erdgeschoss oder Aufzug, und ein Fahrzeug oder jemand, der eines hat.
Ein einzelner Kellerverschlag, ein Dachboden mit ein paar Kartons, ein Zimmer nach einem Auszug: Dafür reichen meist ein geliehener Transporter, zwei Samstage und ein Termin beim Wertstoffhof. Rechnen Sie dabei mit ein, was die Stadt für die Anlieferung verlangt, dass Schadstoffe getrennt abgegeben werden müssen und dass Sperrmüll je nach Kommune nur in begrenzter Menge kostenfrei ist.
Was die Wertstoffhöfe in Ihrer Stadt annehmen und wie dort Sperrmüll und Halteverbot geregelt sind, steht auf unseren Stadtseiten, etwa für Entrümpelung in Dortmund oder Essen. Alle Städte finden Sie unter Standorte und Einsatzgebiet.
Gegen die Eigenregie sprechen dagegen:
- Kein Aufzug ab dem zweiten Obergeschoss, besonders bei Möbeln.
- Ein fester Übergabetermin. Wer die Wohnung an einem bestimmten Tag leer haben muss, kann sich kein zweites Wochenende leisten.
- Größere Mengen Sondermüll, etwa alte Farben, Lösungsmittel oder Leuchtstoffröhren aus einer Werkstatt.
- Eine Wohnung, in der jemand gestorben ist. Das ist selten eine Frage der Logistik.
Was die Eigenregie tatsächlich kostet
Der Preisvergleich fällt oft zugunsten der Eigenregie aus, weil auf der einen Seite ein Angebot steht und auf der anderen nur der Mietwagen. Vollständig gehören dazu:
- Transporter für ein bis zwei Tage, plus Kraftstoff und Kilometer
- Anlieferung am Wertstoffhof, je nach Stadt nach Volumen oder Gewicht
- Sperrmüll über dem kostenfreien Kontingent der Kommune
- Container, wenn die Menge den Transporter sprengt, plus Stellgenehmigung
- Halteverbotszone, falls die Straße eng ist, plus Schilder und Aufstellung
- Urlaubstage oder unbezahlte Freistellung
- Der Rest, der am Ende übrig bleibt und doch noch weg muss, meistens kurzfristig
Rechnen Sie das einmal zusammen und stellen Sie es einem Festpreis gegenüber. Bei kleinen Räumungen gewinnt die Eigenregie klar. Ab einer vollständigen Wohnung kippt es meistens, und zwar nicht knapp.
Was ein Festpreis wert ist
Ein Festpreis ist nur dann einer, wenn im Angebot steht, worauf er sich bezieht. Bei uns heißt das: Nach der Besichtigung bekommen Sie den Leistungsumfang und die Summe schriftlich, und die Summe ändert sich nicht, solange sich der Auftrag nicht ändert. Ändert er sich, sagen wir das vorher.
Wie das bei uns im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite Ablauf. Was in den Wochen davor auf Sie zukommt, steht unter Haushaltsauflösung vorbereiten. Und wenn Sie wissen wollen, ob sich Gegenstände gegen den Preis anrechnen lassen, lesen Sie Haushaltsauflösung mit Wertanrechnung.